Blinde Hühner finden auch Körner

Blinde Hühner finden auch Körner!

Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn besagt das Sprichwort. Dass das nicht viel mit Glück zu tun hat, haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen festgestellt. Die Vogelforscher haben herausgefunden, dass Hühner sensationell gut riechen können. Welche Riech-Fähigkeiten Henne, Gockel und die Vögel im Allgemeinen besitzen, damit hatte sich bislang noch kaum jemand beschäftigt.

Fast 44 Millionen Hühner leben in Deutschland. Wahrscheinlich hat die weite Verbreitung des Federviehs schließlich dazu geführt, dass bei ihm der Geruchssinn auf genetischer Grundlage untersucht wurde.

2004 wurde das Genom des Huhnes entschlüsselt, das aus 23.000 Genen besteht. 570 dieser Gene lassen Hühner riechen, d.h. sie dienen dazu Proteine zu produzieren, die Gerüche erkennen und verarbeiten. Man weiß, dass eine hohe Anzahl dieser Erbgutbausteine dazu befähigt, entsprechend viele verschiedene Gerüche unterscheiden zu können.

Im Vergleich dazu: Hunde und Mäuse besitzen 1.200 Geruchsgene, der Mensch etwa 1.000. Bei den Hühnern sind rund 80 Prozent von den 570 Genen aktiv und an der Geruchskodierung beteiligt. Beim Menschen sind es nur etwa die Hälfte.

Hühner nutzen die Geruchsproteine bei der Futtersuche, oder aber um Freunde in der Herde zu erkennen. Auch Räuber können so frühzeitig wahrgenommen werden.

Foto: © Marthin Gebhardt