Müllhühner mit Gebrauchsanweisung

Eine belgische Stadt verteilt Hühner an ihre Einwohner zur Müllbeseitigung! Das ist kein Scherz. Den Umweltbeamten von Mouscron, so der Name der Stadt an der belgisch-französischen Grenze, ist es bitterernst.

Bei 250 Kilogramm Müll im Jahr für eine durchschnittliche Familie war das Maß für den Stadtrat voll.  

Natürlich weiß jeder Landwirt, dass vor allem Allesfresser wie Schweine und Hühner gute Verwerter von Essensabfällen sind. In der „modernen Stadt“ sind diese Tiere aber eher ungewöhnlich. Dabei gibt es auch andere kreative Beispiele für die wachsenden Müllberge. Im niederländischen Eindhoven  hat man schon seit einigen Jahren  einen „Öffentlichen Komposthaufen“ eingerichtet, auf dem Schweine und Hühner leben und zu dem die Menschen ihre Essensabfälle bringen.  Die belgische Lösung sieht etwas anders aus: Zwei geschenkte Hühner im Karton mit Gebrauchsanweisung. Der Erfolg gibt ihnen Recht:  jede Familie konnte ihren Müll um rund 25 Kilo jährlich reduzieren.  

Wartelisten für Gratis-Hühner

Natürlich gibt es Vorschriften für die neuen Hühnerhalter: die Tiere brauchen einen Garten, einen Hühnerstall. Auch dürfen nicht endlos Küchenabfälle in die Tröge gelegt werden, denn dann kommen Ratten und andere Viecher.

Insgesamt aber sind Hühner pflegeleicht und billig. Kinder finden die Tiere niedlich und suchen gerne die Eier. Fährt die Familie in den Urlaub, findet sich schnell jemand, der sich in der Zeit um die Hühner kümmert. Außer Fressen und Scharren pflegen Hühner wenig Interessen, aber das können sie richtig gut. In dem Vertrag mit der Stadt ist auch festgehalten, das die Hühner nicht geschlachtet werden dürfen.

Jedes Jahr verschenkt Mouscron ein Hühnerpaar, wofür es sogar schon Wartelisten gibt. Und das ist erstaunlich: Hühner kosten nicht viel und so könnte jeder selbst initiativ werden. Aber irgendwie ist es einfach schöner, wenn man von seiner Stadt etwas geschenkt kriegt. So einfach ist das manchmal.

zwei-Hennen_526750_R_K_by_Angelina-S........_pixelio.de

Foto: © Angelina S. / PIXELIO