Hühner in Manhattan

Foto: Panorama lower Manhattan 3 © wikipedia

Großstädter in den USA halten neuerdings Hühner in Hinterhöfen und auf Hausdächern. Überall, wo Platz ist, entstehen zwischen den Hochhausschluchten grüne Oasen, in denen Gemüsebeete gedeihen. Auf Balkonen und in Hinterhöfen werden Hühnerställe errichtet.

Inzwischen gibt es sogar Restaurants, die die Nische der urbanen Landwirtschaft für sich nutzen und nur noch Speisen aus selbst angebautem Gemüse anbieten - vom eigenen Hausdach, versteht sich.

Die Idee der Selbstversorgung findet immer mehr Anhänger. Viele Menschen – zumeist aus der Mittelschicht sorgen sich um die Hennen wie um Haustiere und gehen notfalls auch mit ihnen in die Tierarztpraxis, wie andere es mit ihrem Hund oder Meerschweinchen tun. Doch die Hühner haben im Vergleich zu Kaninchen oder Katzen einen großen Vorteil: Jeden Tag gibt es frische Eier und wenn welche übrig bleiben, verschenken die Besitzer sie an Nachbarn und Freunde.

Diese Menschen nennen sich "Locavores", was soviel bedeutet wie die "Lokalfresser". Das klingt bedrohlich, aber sie sind alles andere als das. Locavores haben genug von teuren, genmanipulierten Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Sie wollen die CO2-Emissionen vermeiden, die durch den Transport von Obst und Gemüse aus dem Ausland oder aus dem tausende Meilen entfernten Florida und Kalifornien entstehen. Hinzu kommt die Wirtschaftskrise, die das Konsumverhalten vieler Amerikaner verändert hat.

Die Locavores haben sich dem Ziel verschrieben, möglichst nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die innerhalb eines Umkreises von 100 Meilen produziert wurden. Private Hühnerhaltung im eigenen Wohngebiet kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Auch in Deutschland.