Hühner helfen Kindern

Huehnernachwuchs_der_Familie_NIYONIZERADie gemeinnützige Ruanda Stiftung hilft die Lebensumstände von Kindern in Ruanda zu verbessern, indem sie insbesondere die Familien dauerhaft stärkt und deren weitere eigenständige Entwicklung fördert. Zudem baut die Stiftung an Schulen Latrinen und Zisternen und vergibt Mikrokredite für Kleinstunternehmer. PROVIEH hat mit ihr einen Partner auf Augenhöhe für seine Hühnerkampagne gewonnen. Denn Hühner spielen in den Projekten der Ruanda Stiftung eine wichtige Rolle. Hühner, wie auch Ziegen oder Schweine, helfen die soziale Grund- und Nahrungsversorgung bedürftiger Familien in abgelegenen Gebieten zu sichern. So hat die Stiftung 2009 zum Beispiel ein Pilot-Projekt mit einer Grundschule auf dem Land gestartet, bei dem 300 Kinder und Familien mit Ziegen und Hühnern unterstützt werden. Wer sich bei dem Projekt anstrengt wird dafür belohnt. So wurden als Ansporn für den regelmäßigen Schulbesuch im ersten Jahr 300 Ziegen und 6 Ziegenböcken an die 300 ärmsten Kinder der Grundschule und deren Familien verteilt. Die Ziegen stellen den Grundstock für eine Ziegenzucht dar, mit der die Nahrungsgrundlage und das Grundeinkommen der Familien verbessert werden sollen. Wer pfleglich mit den Tieren umzugehen wusste und sich weiter um das Lernen bemühte, erhielt im zweiten Jahr zwei Hühner. Die zum Aufbau einer Herde notwendigen Hähne kamen in die Obhut besonders zuverlässiger Familien.

Nun ist die Haltung von Hühnern im Freiland nicht immer einfach. Diese Erfahrung mussten auch die Kinder in Ruanda und ihre Familien machen. Trotz intensiver Begleitung durch einen am Projekt beteiligten Tierarzt wurden etliche Tiere Opfer von Greifvögeln oder Infektionen.  PROVIEH will mit dem Erlös aus der Versteigerung das Hühner-Projekt in Ruanda finanziell unterstützen und hofft, auch bei fachlichen Fragen mit Rat und Hilfe zur Seite stehen zu können. Was in Ruanda eine Frage der existentiellen Not ist, wird in Deutschland zu einer Frage der Ethik: Die Hühnerhaltung gehört in liebevolle Hände, sie darf nicht länger der Profitgier der Industrie und ihren weltweit geschaffenen Abhängigkeiten ausgeliefert bleiben. Wir brauchen Bauernhähne statt Turbohühner, im Wendland wie auch in Ruanda!

Mehr über die Stiftung und das Hühnerprojekt erfahren Sie hier.

Stefan Johnigk

Familie-NIYONIZERA_Ruanda-Stiftung_Seelinger

(Foto: Familie NIYONIZERA - Ruanda Stiftung, Seelinger; Foto oben: Hühnernachwuchs der Familie NIYONIZERA)