Der rote Dschungelhahn als Stammvater aller Hühner

Als Urvater aller Hühnerrassen gilt der Rote Dschungelhahn Südostasiens, der Bankiva. Noch heute findet man den scheuen Vogel in den Wäldern dieser Region: von Kaschmir über Hinterindien, Südchina bis nach Malaysia und Sumatra. Die braunen Wildhennen sind im Unterholz gut getarnt. Auch der Hahn hat den Sommer über ein schlichtes Kleid und schmückt sich erst im Winter mit einem mehrfarbigen Prachtgefieder.

Hühner sind Waldtiere. Das ist auch heute noch für eine artgerechte Freilandhaltung wichtig. Für ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit brauchen Hühner Bäume, Sträucher oder Hecken. Offenes Freiland versetzt sie in Panik und aus Furcht vor dem Habicht drängeln sie sich am Stallausgang.

Aber wie hat die Beziehung Mensch-Huhn ursprünglich angefangen? Vielleicht war es so, dass vor rund 5.400 Jahren irgendwo in Südostasien ein Jäger durch den Wald wanderte und ein paar Küken des Bankiva-Huhns mit nach Hause nahm und aufzog.

Von Asien aus verbreitete sich das Geflügel über die ganze Welt. Im 15. Jahrhundert begann die systematische Rassezucht. Dabei wurde die Legeleistung in unnatürliche Rekordhöhen getrieben: Ein Wildhuhn legt vielleicht 20 bis 60 Eier pro Jahr in mehreren Gelegen von etwa zehn Stück. Schon die robusten, frei laufenden Landhühner vergangener Jahrhunderte produzierten ein Vielfaches davon, bis zu 180 Eier pro Jahr. Die eingleisige Hochleistungszucht im industriellen Maßstab hat die Leistung noch einmal gesteigert – das »moderne« Huhn leistet eine Jahresproduktion von 250 bis 320 Eiern.

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